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Es gibt keinen Königsweg

Solange es noch Fahrzeuge mit einem Verbrennungsmotor als Antrieb gibt – und die wird es deutlich länger und in größerer Stückzahl geben, als es uns die selbsternannten Propheten der Elektromobilität vorgaukeln – sind auch Getriebe zwingend notwendig. Muss doch die Drehzahl des Motors von den verschiedenen Übersetzungsstufen in eine sinnvolle Drehzahl der Räder umgewandelt werden. Somit war es schon immer der Traum der Ingenieure, ein stufenloses Getriebe (CVT) mit unendlich vielen Übersetzungsstufen in das Auto einzubauen. Doch in Europa und Nordamerika ist das negative Image des DAF mit seinem stufenlosen Getriebe noch immer so groß, dass auch die Bemühungen von Audi, Ford und Mercedes dem CVT nicht zum Markterfolg verhalfen. In Japan und in anderen asiatischen Ländern macht diese Technik dem Wandlerautomat jedoch heftig Konkurrenz. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass Bosch erst vor wenigen Tagen die Eröffnung einer modernen Fabrik in Vietnam für jährlich bis zu 2,3 Millionen Schubgliederbänder, die mittlerweile die Textilriemen vom DAF ersetzen, meldete. Bei Motoren mit mehr als 500 Nm Drehmoment beherrschen Wandlerautomaten auch zukünftig die Märkte. Stufenlose CVT-Getriebe streichen hier konstruktionsbedingt die Segel, Handschalter sind nicht komfortabel genug. Der neue Wettbewerber Doppelkupplungsgetriebe (DKG) ist in diesen Drehmomentregionen zu teuer. Bei den Übersetzungsstufen sind gegenwärtig acht der Stand der Technik, ZF arbeitet bereits an einer Lösung mit neun Gängen für den Frontantrieb mit quereingebautem Motor. Bei weniger als 500 Newtonmeter Drehmoment dürfte vor allem in Europa das DKG jedoch dem Wandlerautomaten das Leben schwer machen. Für das DKG spricht vor allem die Schaltdynamik ohne Unterbrechung der Zugkraft. Der VW-Konzern wird wohl unterhalb der Oberklasse den konventionellen Automaten mittelfristig durch das DKG ablösen. Das erst kürzlich präsentierte DKG für bis zu 500 Newtonmeter Drehmoment stützt diese These. Sieben Gänge sind derzeit das Maß aller Dinge. Die Analysten von CSM-Worldwide prognostizieren für 2015 eine Jahresproduktion von gut 80 Millionen Pkw-Getrieben. Davon dürften etwa die Hälfte Handschaltgetriebe sein, etwa 25 Millionen Wandlerautomaten, zehn Millionen CVT-Getriebe, vier Millionen Doppelkupplungsgetriebe und knapp zwei Millionen automatisierte Schaltgetriebe. Wenn Sie mehr zu diesem Thema wissen möchten, empfehle ich Ihnen die Lektüre des Beitrages auf Seite 52 und Anfang Juni den Besuch der VDI-Getriebetagung in Friedrichshafen.

05.05.2011


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