Der Dreh an der Drehzahl
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- Funktionsweise des Thermomanagements
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- Streckendaten des Navigationssystems werden mitein- bezogen, um die Gangwahl zu verbessern
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- Bessere Getriebefunktion durch elektronische Vernetzung. Informationen von anderen Sensoren oder Steuergeräten helfen, Getriebe besser zu steuern
Die Steigerung der Effizienz rückt überall in den zentralen Fokus. Dafür wurde ein modularer Effizienzbaukasten entwickelt, der zahlreiche Technologien bündelt – auf dem Motorensektor, bei den Nebenaggregaten, bei den Getrieben, beim Energiemanagement, bei der Karosserie und bei den Fahrerassistenzsystemen.
Die Getriebe leisten auf verschiedene Weise einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zu noch mehr Effizienz:
· Unterschiedliche Fahrzeugkonzepte, Motoren, aber auch Länder und Märkte stellen unterschiedliche Anforderungen. Grundsätzlich effizient ist ein Getriebe, wenn es bestmöglich an das Fahrprofil angepasst ist.
· Die Getriebe selbst werden effizienter. So wird beispielsweise die innere Reibung reduziert oder die Spreizung erhöht.
· Die Getriebe nutzen die Abwärme des Motors, um die Warmlaufphase zu verkürzen, und sie ermöglichen die Abschaltung des Motors im Stand (Start-Stopp).
· Informationen von anderen Sensoren oder Steuergeräten helfen, Getriebe besser zu steuern. Mit dem Straßenverlauf aus dem Navigationssystem können beispielsweise unnötige Schaltungen vermieden werden.
Auf den Einsatzzweck angepasste Getriebe
Audi hat sein Portfolio an Getriebetechnologien breit aufgefächert – fünf Lösungen mit ganz unterschiedlichen Charakteren stehen zur Wahl:
· Handschaltgetriebe in sechs Getriebefamilien als front und quattro
· stufenlose Multitronic als Automat front im Längseinbau
· Doppelkupplungsgetriebe S tronic in vier Getriebefamilien quer/längs sowie front/ quattro
· Wandlerautomatgetriebe aktuell in sechs Bauarten als quattro sowie
· sequenzielles Rennsportgetriebe R tronic.
Der Hersteller ist somit einer der wenigen OEM, der all diese unterschiedlichen Getriebetypen im Einsatz hat. Der Großteil wird im eigenen Hause entwickelt und im Konzern produziert.
Tiptronic: Die große Stärke der klassischen Sechs- und neuerdings Achtstufen-Wandlerautomaten liegt in ihrem hohen Schalt- und Anfahrkomfort. Dieser wird besonders von den Kunden im nordamerikanischen Markt geschätzt. Um den Komfort noch weiter zu steigern und zugleich den Wirkungsgrad zu verbessern, wurde bei der aktuellen Baustufe der 8-Gang-Tiptronic das Dämpfungssystem im Drehmomentwandler modifiziert. Der Drehmomentwandler ist mit einem neuartigen Dämpfer gegen die Drehschwingungen bestückt.
Multitronic: Das Multitronic ist ein stufenloses Getriebe. Es verbindet die Dynamik und Ökonomie des Schaltgetriebes mit dem Komfort der Automatik. Dank der stufenlosen Übersetzung und durch adaptive Kennfeldsteuerung nutzt das Multitronic stets den optimalen Drehzahlbereich. Die Technologie ermöglicht zum einen ein komfortableres Beschleunigen im Vergleich zu herkömmlichen Automatikgetrieben. Zugleich ist aufgrund der Steuerung nahe dem optimalen Betriebspunkt des Motors der Kraftstoffverbrauch meist niedriger als bei stufigen Getrieben.
S tronic: Das S tronic zeichnet sich durch einen hohen Wirkungsgrad aus. Zudem sorgt seine intelligente Steuerung für eine verbrauchsgünstige Fahrweise im Automatik-Modus. Die Übersetzungen der Gänge lassen sich für jeden Gang individuell anpassen. So können sie an Otto- und Diesel-Motoren oder auch an unterschiedliche Fahrprofile in den einzelnen Märkten angepasst werden. Damit wird für jedes Fahrzeug ein optimales Getriebe bereitgestellt, was unter anderem den Kraftstoffverbrauch reduziert.
Weiterentwicklung der Getriebe
Unter dem Begriff Getriebespreizung versteht man den Übersetzungsbereich des Getriebes, also das Verhältnis zwischen dem kleinsten (kürzesten) und dem größten (längsten) Übersetzungswert. Bei vielen seiner Getriebe hat Audi die Spreizung kontinuierlich vergrößert. Bei der Siebengang-S tronic ist der Übersetzungsbereich 8 zu 1 möglich – er erlaubt sowohl eine sportlich kurze Übersetzung des ersten Gangs als auch eine drehzahlsenkend lange Auslegung des letzten Gangs. Bei der Multitronic im Audi A4 erweitert ein neuer Variator das Verhältnis der größten zur kleinsten Übersetzung von 6,25 auf 6,73. Die verlängerten Übersetzungen in den oberen Gängen harmonieren mit den modernen TDI-, FSI- und TFSI-Motoren, die bereits aus niedrigen Drehzahlen starken Durchzug bieten. Dieses niedrige Drehzahlspektrum – Spezialisten sprechen vom Downspeeding – führt unmittelbar zu einem geringeren Verbrauch.
Energiemanagement im Fahrzeug
Thermomanagement und Getriebeölheizen: Beim Kaltstart, vor allem bei niedrigen Temperaturen, ist das Öl zäh. Kaltes Öl mit
geringer Viskosität bedarf einer höheren Energie für das Umwälzen. Auch sind die Reibungsverluste bei kalten Getrieben weit höher – was die Effizienz reduziert. Das Thermomanagement verteilt die zur Verfügung stehenden Wärmeströme zwischen Motor, Innenraum und Getriebe. Dies geschieht situationsabhängig von Fahrzustand, Außentemperatur und Innenraumtemperatur. Sobald der Motor genug Kühlwasser erwärmt hat, öffnet ein Ventil im Kreislauf, und das heiße Wasser strömt an den Getriebeölkühler weiter – der heizt das Öl und so sinken die Reibungsverluste.
Start-Stopp: Das Start-Stop-System entfaltet sein Effizienz-Potenzial vor allem im Stadtverkehr. Dort reduziert es den Verbrauch je nach Motorisierung und Fahrerprofil um bis zu 1,5 l/100km. Im genormten Fahrzyklus senkt es den Kraftstoffverbrauch um etwa 0,2 l/100 km – und damit um rund 5 g CO2 pro Kilometer.
Elektronische Vernetzung
Effizienzprogramm und Schaltanzeige: Die neu gestaltete Schaltanzeige signalisiert dem Fahrer, wann er schalten sollte, um möglichst sparsam zu fahren: Eine größen- und farbcodierte Anzeige zeigt an, ob der richtige Gang eingelegt ist, oder ob es unter Effizienzgesichtspunkten sinnvoll ist, den Gang zu wechseln.
Standabkopplung: Tritt der Fahrer zum Beispiel beim Warten an der Ampel die Bremse, reduziert die Elektronik durch Entkoppelung von Motor und Getriebe das Kriechmoment, also die unnötige Kraftübertragung vom Motor auf das Getriebe des stehenden Fahrzeugs. Bei jedem Stopp wird über das Öffnen einer Kupplung das Getriebeaufnahmemoment um zirca 50 % reduziert.
Auswertung von Streckendaten: Eine Neuerung ist es, die Streckendaten des Navigationssystems einzubeziehen, um die Gangwahl zu verbessern. Durch diese Zusatzinformation, die einen Blick in die nähere Zukunft erlaubt, ist eine vorausschauende Strategie möglich. Dieses Feature ergänzt die bekannte Anpassung der Fahrstrategie an die aktuelle Fahrsituation konsequent und sinnvoll. Es kann besonders bei einer sparsamen Fahrweise die Schalthäufigkeit reduzieren, indem es unnötige Hochschaltungen vor Kurven unterbindet.
Audi; Telefon: 0841 89-0; E-Mail: ralf.kischkat@audi.de
