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Kunststoff- und Klebstoffsysteme aus einer Hand

Die Klebstofflösungen von Dow Automotive ermöglichen Hybridkonstruktionen unterschiedlicher Materialien
Die Klebstofflösungen von Dow Automotive ermöglichen Hybridkonstruktionen unterschiedlicher Materialien
Orhan Imam, Market Development Manager Plastic Bonding Dow Automotive Europe, Schwalbach, Ts. „Mit der Lesa-Technologie können wir Materialien wie glasfaser- und talkumverstärktes Polypropylen ohne Vorbehandlung verkleben“
Orhan Imam, Market Development Manager Plastic Bonding Dow Automotive Europe, Schwalbach, Ts. „Mit der Lesa-Technologie können wir Materialien wie glasfaser- und talkumverstärktes Polypropylen ohne Vorbehandlung verkleben“
Künftig werden geklebte Hybridkonstruktionen auf Basis von Metall und Kunststoff eine große Rolle im Automobil spielen. Die Herausforderung heißt: Reduzierung von Prozessschritten wie die Eliminierung der Substrat-Vorbehandlung von niederenergetischen Kunststoffen.

Herr Imam, im Interieur eines Autos haben sich Kunststoffe längst etabliert. Ist im Exterieur bald der große Schub zu erwarten?

Imam: Die Herausforderung der Zukunft ist Gewichtsminimierung, um der Reduzierung des CO2-Austoßes gerecht zu werden. Das hat klare Auswirkungen auf Außenteile, wo künftig verstärkt Kunststoffe statt Metall anzutreffen sind. Gleiches gilt für strukturelle Teile. Für letztere bieten wir zum Beispiel Kunststoff- und Klebstofflösungen zur Herstellung einer Heckklappe an, bei der wir einen großen Anteil Metall durch eine geklebte Hybridkonstruktion auf Basis von Metall und Kunststoff ersetzen können. Beim Versuch, das Optimale der Eigenschaften einer Verbindung mit unterschiedlichen Materialien herauszuholen, spielt die Verbindungstechnik eine große Rolle. Da haben wir mit unseren hauseigenen Klebstoffen, wie den 2K-Systemen auf Polyurethan- und Methacrylat-Basis einen großen Vorteil, die wir künftig im Markt auch gut positionieren können. Kleben hatte in der Vergangenheit keinen großen Stellenwert bei Designern und Entwicklern. Unter dem Zwang leichter zu bauen, muss man aber jetzt darauf schauen, weil nur Kleben es ermöglicht, unterschiedliche Werkstoffe miteinander zu verbinden, ohne sie thermischen oder mechanischen Belastungen zu unterziehen. Schweißen scheidet beispielsweise aus, wenn es um die Verbindung von Stahl und Kunststoff geht.

Die Industrie wollte bisher kaum darüber sprechen, dass Autos geklebt werden. Mit welchen Argumenten treten Sie auf?

Imam: Autos werden schon lange verklebt. Typisches Beispiel sind Windschutzscheiben, die als tragendes Element seit mehr als 30 Jahren geklebt werden. Vorreiter war hier Dow Automotive mit einem Polyurethan-Klebstoffsystem. Auch im strukturellen Bereich wird seit Jahren erfolgreich bei den meisten Herstellern geklebt. Genau hier werden unsere Systeme in Zukunft noch stärker gefordert werden.

Momentan liegt der Kunststoffanteil im Automobil bei etwa 15 Prozent. Wo werden wir diesbezüglich mittelfristig sein?

Imam: Der Kunststoffanteil ist in den letzen Jahren nicht signifikant gewachsen und lag zwischen 13 und 15 Prozent, aber – die Masse eines Autos hat stark zugenommen. Damit nahm der Kunststoffanteil in absoluten Zahlen auch zu. Jetzt sind wir am Wendepunkt: Die Masse von Fahrzeugen wird sinken und der Anteil von Kunststoff wird konstant bleiben. Das bedeutet, dass prozentual mehr Kunststoff verbaut wird. Künftig wird der Anteil hochwertiger Kunststoffe im Auto stark wachsen und Metalle teilweise ersetzen. Zudem werden die Anforderungen bezüglich Haptik, Ästhetik und Optik zunehmen.

Welche Produkte bietet Dow Automotive dafür?

Imam: Einer unserer Vorteile ist die riesige Produktpalette: Wir bieten Polyolefine wie Polypropylen, ein Kunststoff, der fast 50 Prozent aller Anwendungen ausmacht. Zudem haben wir ABS, PC/ABS und Polyurethane im Portfolio. In Zukunft wird mehr Raum für Hybridsysteme im Auto sein. Dow Automotive ist der einzige Anbieter von Kunststoffen und Klebstoffen in diesem Markt und bietet dem Kunden beides aus einer Hand. Zudem verfügen wir über die nötige Erfahrung im Prozessing dieser Systeme.

Was sind die Herausforderungen der Zukunft, wenn man die Klebetechnik betrachtet?

Imam: Eine Herausforderung wird sein, Klebstoffe anzubieten, die auch auf neuen Hochleistungskunststoffen haften und die Prozessanforderungen der Kunden erfüllen. Bei Polypropylen geht es speziell um die Vorbehandlung der Oberfläche, um eine robuste Verklebung zu realisieren. Ziel ist, Prozessschritte wie Beflammen und Auftragen von Haftvermitttlern zu reduzieren oder zu eliminieren. Wir haben mit der LesaTechnologie ein solches System für Kunststoffe mit niederenergetischen Oberflächen im Haus. Damit können wir Materialien wie glasfaser- und talkumverstärktes Polypropylen ohne Vorbehandlung verkleben.

Dow Automotive; Telefon: 06196/566-0;

E-Mail: oimam@dow.com

23.04.2008


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