Technologie an der Schwelle
Ein Crash in der Formel 1 bei Tempo 300. Das Auto Schrott, der Fahrer nahezu unverletzt. Carbonfasern machen es möglich. Was bisher nur dem Rennsport vorbehalten war, soll schon bald auch in normalen Autos Einsatz finden.
CFK spart maximales Gewicht, weil er besonders leicht und dabei besonders fest ist. Das liegt am anisotropen Aufbau: Die Fasern sind gerichtet und können damit maximale Stabilität bieten. „Bei hoher Festigkeit kann CFK ein enormes Maß an Energie aufnehmen", sagt Prof. Klaus Drechsler, Leiter der Fraunhofer-Projektgruppe „Funktionsintegrierter Leichtbau" in Augsburg. „Selbst bei hohen Aufprallgeschwindigkeiten verformt er sich kaum". Dazu kommt die Gewichtsersparnis: Jedes Kilo weniger, das ein Auto auf die Waage bringt, senkt den Kraftstoffverbrauch und die damit verbundenen CO2-Emissionen. Die aufwändige Verarbeitung und der hohe Preis sind derzeit die Nachteile. Eine kostengünstige Großserienfertigung ist bisher noch nicht möglich.
Am Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT kümmern sich die Experten um Möglichkeiten, CFK mit anderen Werkstoffen wie Aluminium oder Schäumen zu kombinieren. Zusammen mit den Automobilbauern entwickeln die Wissenschaftler Produktionstechnologien für den Werkstoff und sind dabei, innerhalb eines Forschungsprogramms des Landes Baden-Württemberg, zusammen vor allem mit Daimler aber auch Porsche, eine Anlage für eine Prototypenfertigung aufzubauen.
Fraunhofer ICT; Telefon: 0721 4640-420; www.ict.fraunhofer.de
