Sicherheit und Komfort wichtig beim Autokauf
Das Marktforschungs-Institut Tema-Q befragte Autofahrer zur Akzeptanz des Kurvenlichts und zur Nutzung von Navigationssystemen mehr
Sicherheit und Komfort wichtig beim Autokauf
Mit zunehmendem Straßenverkehr und einer wachsenden Verkehrsinfrastruktur werden die Sicherheitsvorkehrungen für Autofahrer immer wichtiger. Erfindungen wie die Einparkhilfe, Nachtsichtgeräte, der Totwinkel-Assistent, Spurhaltesysteme oder die automatische Geschwindigkeitsregelung haben die Ausstattung in Pkws im Laufe der Jahre in Richtung Fahrersicherheit bereichert. Auch die Entwicklung elektronischer Helfer, die die Autofahrt erleichtern, schreitet voran: beginnend mit dem elektrischen Fensterheber, über elektrisch verstellbare Außenspiegel bis zum Regensensor, war der Weg zum Navigationsgerät im Auto nicht mehr weit. Nicht nur der Sicherheitsaspekt hat sich zu einem wichtigen Kriterium entwickelt, auch der Komfort spielt inzwischen eine große Rolle. Beispielhafte Umfragen des Marktforschers Tema-Q zu den Themen Akzeptanz des Kurvenlichts und Nutzung von Navigationssystemen zeigen, dass beide Bereiche die Kaufentscheidung beeinflussen.
Das Kurvenlicht verschafft Sicherheit beim Fahren
Nachdem das Schwenken der Scheinwerfer in den 1960er Jahren aus Sicherheitsgründen verboten wurde, ist das Kurvenlicht erst 2002 auf europäischen Straßen wieder allgemein zugelassen worden. Bereits drei Jahre später stieg der Anteil von Pkws mit Kurvenlicht merklich an. In Abhängigkeit des Baujahrs betrachtet, lag die Ausstattungsquote im Jahr 2009 bei über 30 %.
Der Umfrage von Tema-Q unter rund 2400 Autofahrern in Deutschland zufolge, werden Kurvenlichter in allen Autoklassen immer beliebter. Die Aussicht, auch unter schwierigen Bedingungen die bestmöglichen Sichtverhältnisse zu haben und dabei sogar noch Blendwirkungen für den Gegenverkehr auszuschließen, ist für die meisten sehr überzeugend. Ungetrübte Sicht in der Kurve bei Nacht gibt den Autofahrern viel Sicherheit und trägt zu einer vorausschauenden Fahrweise bei.
Derzeit ist nur jedes zehnte Auto mit einem Kurvenlicht ausgestattet und nur 60 % der befragten Autofahrer haben den Begriff „Kurvenlicht- oder Abbiegelicht“ schon einmal gehört. Dabei ist die Bekanntheit bei Männern mit 80 % doppelt so hoch wie bei Frauen. 94 % derjenigen, die das Zusatzlicht bereits ausprobiert haben, halten den Blick um die Ecke für hilfreich oder sehr hilfreich. Vor allem in der Altersgruppe zwischen 40 und 49 Jahren werden die Vorzüge dieser Technik besonders geschätzt. Nur 5 % der Autofahrer, deren Fahrzeug bereits mit Kurvenlicht ausgestattet ist, wollen beim nächsten Autokauf auf dieses System verzichten. Von denjenigen, die bisher noch ohne Kurvenlicht fuhren, ziehen immerhin etwa zwei Drittel dieses Lichtsystem beim nächsten Autokauf in Erwägung.
Aufgrund dieser überwiegend positiven Erfahrungen und der dynamischen Entwicklung der letzten Jahre ist davon auszugehen, dass das Kurvenlicht in den nächsten Jahren zur Standardausstattung jedes Pkw gehören wird. Den Herstellern und Zulieferern könnte dies eine wichtige Empfehlung sein, sich auf den zunehmenden Bedarf im Bereich der Assistenzsysteme einzustellen.
Der Kampf mit der Straßenkarte ist Vergangenheit
Das Navigationsgerät – ob fest installiert oder an die Windschutzscheibe genoppt – gehört bei der Mehrheit der Autofahrer fast schon zur Grundausstattung. Laut mehrerer Umfragen von Tema-Q verfügen derzeit fast 60 % über ein Navigationsgerät; bei den unter 40-jährigen liegt die Quote sogar bei 74 Prozent. Allerdings werden die Systeme eher selten genutzt, fast die Hälfte verwendet die Orientierungshilfe weniger als 1 Mal im Monat. Bei den Premium-Marken Audi, BMW und Mercedes-Benz kommen überwiegend fest eingebaute Systeme zum Einsatz, während die Fahrer anderer Marken eher mobile Navis nutzen. Der größte Pluspunkt der mobilen Geräte sind die Anschaffungspreise, die in der Regel um ein Vielfaches unter denen für fest eingebaute Systeme liegen. Als Nachteile der mobilen Navis nennen die Kunden vor allem den „Kabelsalat" bzw. den umständlichen Ein- und Ausbau der Geräte. Im Einklang mit der Eroberung neuer Kunden ist natürlich auch eine ständige technische Weiterentwicklung der Navigationssysteme zu beobachten. Geräte mit einfacher Pfeil-Darstellung sterben allmählich aus, der Trend geht eindeutig zu Kartensystemen mit 2-D- sowie zum Teil auch 3-D-Ansichten.
Verbesserungspotential für die Hersteller liegt vor allem in der Aktualität des Kartenmaterials. Bei einer Reihe von untersuchten Kriterien stellte sich heraus, dass die Kunden vor allem veraltete Navigationssoftware bemängeln, in der neu gebaute Verkehrsführungen noch nicht enthalten sind. Auch die Bedienung und Zielführung der Geräte wurde oft kritisiert. Auf die Frage, an welchen zusätzlichen Funktionen die Autofahrer Interesse haben, wurde am häufigsten ein intelligente Routenführung genannt, die das aktuelle Verkehrsaufkommen berücksichtigt, immerhin dreiviertel der befragten Autofahrer äußerten sich in dieser Hinsicht.
Es bleibt abzuwarten, ob Navigationssysteme ähnlich wie Radios und Klimaanlagen irgendwann in jedem Auto ihren Platz haben werden. Aus heutiger Sicht ist dies anzuzweifeln, denn immerhin etwa ein Viertel der Autofahrer möchte auch zukünftig auf ein Navigationsgerät verzichten. Als Grund für die Ablehnung erklären die betreffenden Autofahrer, dass sie schlichtweg kein Navi brauchen, weil sie überwiegend bekannte Strecken fahren oder im Bedarfsfall auf den bewährten Atlas zurückgreifen werden.
