- Herbert Neumann Chefredakteur KEM und AutomobilKONSTRUKTION
Die Sache mit dem Gewicht
Die internationale Fachmesse Hilight geht im Messezentrum Salzburg vom 30.1. bis 1.2.2013 erstmals an den Start. Der Messeslogan lautet: mit high tech zum low weight. Sicher, das Thema Leichtbau kursiert schon einige Jahre als Messethema, aber hier scheinen die Salzburger Nägel mit Köpfen zu machen. Es geht um Gewichtseinsparung beim Konstruieren mit Stahl (!), Aluminium, Magnesium und Carbon. Als Branche werden Maschinenbau, Automotive und die Luftfahrt angesprochen. Warum ist Leichtbau so wichtig? Treibkraft dafür ist die Notwendigkeit zur Energieeinsparung und die Anforderung in puncto Mobilität. Was Audi 1994 mit dem A8 begann, nämlich den Serienbau von Al-Karosserien, das war ein Zündfunke. Damals absolut innovativ und teuer (für Audi), war es der wichtige Hinweis, dass es nicht immer nur Stahl sein muss. Heute wird bezüglich Leichtbau besonders die i-Serie von BMW beachtet. So hat der in Entwicklung befindliche i3 ein Al-Chassis, die Fahrgastzelle besteht aus CFK. Ende 2013 soll dieses Fahrzeug auf den Markt kommen. Aus dem Motorsportbereich ist die lebensrettende Energieaufnahme von CFK Monocoque-Karosserien ja bekannt. Das Schlagwort für Leichtbau im Automotive-Bereich hießt Multimaterial-Mix , also Stahl, Aluminium und CFK in einem Fahrzeug kombiniert eingesetzt.
In der Flugzeugbranche ist Leichtbau das non plus ultra. Hier besitzt die Einsparung von einem Kilogramm die Wertigkeit von 10 000 Dollar. Oder schauen wir auf Windenergieanlagen, hier spricht man vom Serieneinsatz von 5 MW (!!)-Anlagen in China. Da hat allein die Gondel ein Gewicht von zwanzig Tonnen. Für die Gondel-Drehlagerung können klassische Metall-Wälzlager durch Kunststoffgleitlager ersetzt werden, deren Wartung dann wesentlich kostengünstiger ausfällt. Also: ob Kfz, Luftfahrt oder erneuerbare Energie, weniger Gewicht zahlt sich aus.
