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Elektrobits Implementierung Autosar 4.0 konformer Basis-Software: EB tresos Autocore 6
Ob Abstandstempomat, Einpark- hilfe oder automatische Notbremsung – der Anteil an Software und Elektronik im Fahrzeug nimmt stetig zu. Unsere Autos habe sich zu rollenden Rechenzentren entwickelt: Circa 80 Steuergeräte und rund 1 Gigabyte Software lotsen ein modernes Fahrzeug der Luxusklasse durch den Verkehr und sorgen für mehr Sicherheit, Zuverlässigkeit und einen geringeren Verbrauch.
Elektrobits Implementierung Autosar 4.0 konformer Basis-Software: EB tresos Autocore 6
Autosar Version 4.0 macht Software für Steuergeräte plattform- und herstellerunabhängig

Für das rollende Rechenzentrum

Laut Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), beträgt der Wertschöpfungsanteil der Elektronik im Auto inzwischen bereits 30 bis 40 %. Doch die immer höheren Ansprüche der Autofahrer an Komfort und Sicherheit und die wachsende Vernetzung von Funktionen stellen hohe Anforderungen an das Kommunikations- und Energiebordnetz – die Systeme werden immer komplexer. Hier soll der Autosar-Standard (Automotive Open System Architecture) Abhilfe schaffen: Die jüngste Version 4.0, die von einer Entwicklungsallianz aus Automobil- und Halbleiterproduzenten sowie Zulieferern verabschiedet wurde, soll Software für Steuergeräte jetzt erstmals vollkommen plattform- und herstellerunabhängig machen.

Herstellerspezifische Anpassungen obsolet

Autosar 4.0 ist die erste Version von Autosar, die alle Vorteile eines echten Standards bietet – herstellerspezifische Anpassungen an der Software sind nicht mehr notwendig. So können sich Steuergerätehersteller und Zulieferer auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Sie können standardisierte Autosar-Software beim Hersteller ihrer Wahl zentral einkaufen und anschließend plattformübergreifend verwenden. Zudem entfällt für sie ein erheblicher Teil des Entwicklungsaufwands für die Anpassung der Anwendungssoftware.

Memory Partitionierung schafft die Basis für den Einsatz verschiedener Softwarekomponenten mit unterschiedlichem Sicherheitslevel auf einem Steuergerät. So können die Hersteller die Anzahl der Steuergeräte im Auto reduzieren und Multicore-Prozessoren einsetzen. Das wiederum verringert den Entwicklungsaufwand und senkt die Kosten. Zudem verhindern die getrennten Speicherbereiche, dass sich Fehler beliebig fortpflanzen können. Darüber hinaus erlaubt die Partitionierung, Funktionen auf unterschiedliche Prozessorkerne im Steuergerät zu verteilen.

Multicore Unterstützung: Die Verarbeitung von Programmcode auf verschiedenen Prozessorkernen (Parallel-Processing) bringt mehr Rechenleistung. Außerdem verbrauchen Multicore-Architekturen weniger Energie als Single-Core-Lösungen.

Partial Networking: Der Teilnetzbetrieb (partial networking) erlaubt es, nur diejenigen Steuergeräte zu betreiben, die momentan benötigt werden – alle anderen können in einen Stromsparmodus geschaltet werden. Da senkt den Stromverbrauch und die Kosten und erhöht die Reichweite von Elektro- und Hybridfahrzeugen.

Ethernet Support: Die Aufnahme von Kommunikationsstandards aus der Unterhaltungselektronik wie TCP/IP (Ethernet) in Autosar 4.0 schafft die Voraussetzungen für einen höheren Datendurchsatz – zum Beispiel für Softwareupdates in der Werkstatt. Darüber hinaus kann Ethernet auch für Infotainment- und Fahrerassistenzsysteme eingesetzt werden – etwa für den Datenaustausch innerhalb des Fahrzeugs oder bei Kameras für die Verkehrszeichenerkennung.

Verbesserte Fehlersuche: Mit dem Debugging Modul verfügt Autosar 4.0 über ein spezielles Modul zur Fehlersuche, das Informationen über den Zustand des Steuergerätes sammeln und zur Analyse an einen PC übermitteln kann.

Autosar 4.0 in der Massenproduktion: Es haben sich bereits einige Hersteller entschieden, in künftigen Modellserien Autosar 4.0 kompatible Software einzusetzen – wie etwa BMW und Volvo. Elektrobit hat Ende 2011 das erste standardkonforme Softwareentwicklungstoolset für Autosar 4.0 an BMW ausgeliefert. Das erste Fahrzeug mit Autosar 4.0 wird voraussichtlich der neue 7er BMW sein, gefolgt von weiteren Modellen der Produktlinie „ 35up". Auch Ford und General Motors möchten 2015 Fahrzeuge mit Autosar 4.0 auf die Straße bringen, 2016 wird PSA Peugeot Citroën nachfolgen. Auch die Zulieferer werden bald mit Autosar 4.0 arbeiten können, Elektrobit entwickelt gerade gemeinsam mit BMW ein „Proof of Concept" für Ethernet und Partial Networking.

Elektrobit; Telefon: 09131 7701-0; E-Mail: Dirk.Diekhoff@elektrobit.com

Der Autor Dirk Diekhoff ist Director ECU Products der Elektrobit Automotive GmbH, Erlangen

15.02.2012


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