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Autofahrer verzichten oft aus falsch verstandener Rücksicht auf das Fernlicht. Das muss nicht mehr sein, denn sobald sich ein Objekt oder eine Person im Erfassungsbereich befindet, blendet der Fernlichtassistent automatisch ab
Bessere Straßenausleuchtung in der Nacht war das Ziel, als der Fernlichtassistent entwickelt wurden. Und der Erfolg gab ihm Recht. Heute können ausgereifte Scheinwerfersysteme gesteuert werden, welche variable Strahlenmuster und Scheinwerferintensitäten erzeugen. Berücksichtigt werden dabei Geschwindigkeit, Beschleunigung, Neigung, Gieren und die Beladung des Fahrzeugs; zudem der Status der Blinker, Nebelscheinwerfer sowie Regenintensität.
Autofahrer verzichten oft aus falsch verstandener Rücksicht auf das Fernlicht. Das muss nicht mehr sein, denn sobald sich ein Objekt oder eine Person im Erfassungsbereich befindet, blendet der Fernlichtassistent automatisch ab
Erfolg des Fernlichtassistenten macht den Weg frei für neue Scheinwerfertechnologien

Gut Sehen im Dunklen

Um die Fahrzeugbeleuchtung in Fahrtrichtung zu optimieren, kann Smartbeam automatisch auf- und abblenden die Reichweite beim Abblenden variieren und „Block-out“-Regionen erzeugen
Um die Fahrzeugbeleuchtung in Fahrtrichtung zu optimieren, kann Smartbeam automatisch auf- und abblenden die Reichweite beim Abblenden variieren und „Block-out“-Regionen erzeugen

Nachtfahrten bergen seit jeher besondere Gefahren in sich. Ein großer Anteil der Unfälle mit Verletzungen und Todesfolge ereignet sich im Dunklen. Eine zu schwache Beleuchtung ist dabei eine wesentliche Ursache. Deshalb ist die Automobilindustrie seit jeher versucht, die Fahrzeugbeleuchtung zu verbessern – hauptsächlich durch die Optimierung der Scheinwerfer an sich. Im Jahr 2001 hat Gentex als Antwort darauf die Entwicklung des Fernlichtassistenten „Smartbeam“ angekündigt. Er war die erste Lösung, bei der ein Kamerasystem zum Einsatz kam, um die Leistung der Frontscheinwerfer zu maximieren. Ermöglicht wird dies durch das automatische Auf- und Abblenden in Abhängigkeit der Lichtverhältnisse im Verkehr und der Umgebung.

Beim Smartbeam-Konzept kommen zudem spezielle CMOS-Bildsensoren (komplementäre Metalloxid-Halbleiter) zum Einsatz, die mit Funktionen zur algorithmischen Entscheidungsfindung kombiniert werden und somit einen erstklassigen Scheinwerferassistenten garantieren. Die zugrundeliegende Technologie kann für mehr als 50 Fahrzeugmodelle in Europa und den USA verwendet werden. Bis Ende 2011 wird Gentex seit Markteinführung im Jahr 2004 fast 2 Mio. Smartbeam-Imagereinheiten verkauft haben.

Der Erfolg des Fernlichtassistenten hat die Einführung einer vollkommen neuen Kategorie adaptiver Beleuchtungstechnologien ermöglicht. Zahlreiche Zulieferer der Automobilbranche bieten mittlerweile kamerabasierte Scheinwerferassistenzfunktionen an, während nahezu alle großen europäischen Automobilhersteller die Einführung adaptiver Beleuchtungstechnologien für Neufahrzeuge planen.

Designfreundlich im automatisch abblendenden Rückspiegel integriert

Das Gentex-System hat zudem deutliche Vorteile hinsichtlich seiner Anordnung, denn es ist in einen automatisch abblendenden Rückspiegel integriert. Im Gegensatz zu anderen Kamerasystemen, die direkt an der Windschutzscheibe montiert sind und somit für jedes Fahrzeug neu entworfen werden müssen, befindet sich das Smartbeam-System direkt im Spiegel. Dadurch kann es plattformübergreifend eingesetzt werden. Dies macht es aus Designsicht zur eleganteren Lösung. Da die Kamera nicht am Glas montiert ist, werden potenzielle Garantieprobleme, die sich durch Windschutzscheibenwechsel und dabei falsch montierten oder falsch ausgerichteten Kameras ergeben können, minimiert.

Der Einsatzbereich für das Smartbeam-System lag zunächst beim Fernlichtassistenten. Die Ursache dafür liegt zum Teil darin, dass die Scheinwerfersysteme selbst in ihrer Funktion beschränkt waren. Mithilfe des heutigen Systems können ausgereifte Scheinwerfersysteme gesteuert werden, welche die zusätzlichen optischen Steuerelemente umfassen, die zum Erzeugen variabler Strahlenmuster und Scheinwerferintensitäten nötig sind.

Smartbeam ist in das Computernetzwerk oder in das Bus-System des Fahrzeugs integriert. Dadurch kann in erster Linie die jeweilige Konfiguration des Fahrzeugs ermittelt werden. Bei der Entscheidungsfindung bezüglich des Scheinwerferassistenten berücksichtigt das System die Geschwindigkeit, die Beschleunigung, die Neigung, das Gieren und die Beladung des Fahrzeugs. Zudem ermittelt es den Status der Blinker, der Nebelscheinwerfer sowie der Regenintensität. Selbst das Naviga- tionssystem des Fahrzeugs kann Daten für die Entscheidungslogik des Systems liefern.

Smartbeam trägt dann, basierend auf entgegenkommendem oder vorausfahrendem Verkehr, der Position und dem Abstand gegenüber anderen Fahrzeugen, zur Optimierung der Fahrzeugbeleuchtung in Fahrtrichtung bei. Die Effizienz des Fernlichtassistenten hängt zudem vom Straßentyp ab (Autobahn oder Landstraße), den Beleuchtungsbedingungen der Umgebung, der Nähe zu Städten/Dörfern und dem Vorhandensein von Nebel.

Gentex; Telefon: 07132 156-111; E-Mail: ingrid.thiel@gentex.de

Der Autor Frank Liebelt, Inhaber ABL Werbung, Frankfurt/M., erstellte den Beitrag nach Informationen der Gentex GmbH, Erlenbach

Nur soviel wie nötig

Gentex entwickelt und produziert seine Imager selbst: Statt also relativ teure Mehrzweckkameras mit zu hoher Auflösung und sehr hohen Anforderungen an die Verarbeitungsleistung kaufen zu müssen, konzipiert das Unternehmen seine Kamerasysteme mit der geringsten Auflösung, die zum Erreichen des gewünschten Beleuchtungseffekts nötig ist. So kann Smartbeam zu geringeren Gesamtkosten angeboten werden.

05.05.2011


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