- Ein Hochgeschwindigkeits-Gleichlaufgelenk, ein Rollenausgleichsmodul und die Kleinstwinkel-Verschiebegelenke wurden in einem Joint-Venture zu optimalen Längswellen-Konzepten kombiniert. Diese lassen sich im Rahmen konkreter Entwicklungsprojekte speziell auf bestimmte Fahrzeugtypen abstimmen.
Harmonisches Trio
Die Shaft Form Engineering GmbH (SFE), Mühlheim am Main, ein Joint-Venture der Neumayer Tekfor Holding GmbH, Hausach, und der IFA-Maschinenbau GmbH, Haldensleben, haben auf der Basis vorher erarbeiteter technischer Lösungen komplette Längswellen entwickelt, die eine erhebliche Gewichtsreduzierung und eine noch höhere Treibstoffersparnis bei entsprechend ausgestatteten Pkw-Fahrzeugen erlauben. Erste Prototypen gehen jetzt in den Testeinsatz in einer SUV-Plattform eines bedeutenden Automobilherstellers.
Zu den technischen Lösungen, die das Joint-Venture seit seiner Gründung im Jahre 2003 erarbeitet hat, gehört erstens ein Hochgeschwindigkeits-Gleichlaufgelenk (IHF-Gelenk) mit Gegenbahnen, das axialkräftefrei arbeitet und nur geringe Reibwiderstände erzeugt. Es gleicht dabei vornehmlich Winkelbewegungen bis zu 10° aus, die zwischen Getriebeausgang und anzutreibender Einheit entstehen können. Zweite Lösung ist ein so genannter Rollenausgleich (RA-Modul), der ebenfalls im Vergleich zu beispielsweise herkömmlichen Steckverzahnungen sehr reibungsarm arbeitet und Längsbewegungen der Antriebswellen kompensiert. Drittens können neuartige Kleinstwinkel-Verschiebegelenke (IHP-Gelenke) die Modulpalette ergänzen. Sie kommen zum Einsatz, wenn die großen Wege des RA-Moduls nicht gefordert sind.
Das Joint-Venture SFE kann alle diese drei Module zu optimalen Längswellen-Konzepten kombinieren und im Rahmen konkreter Entwicklungsprojekte speziell auf den Fahrzeugtyp abstimmen.
Bis zu 50 Prozent CO2-Reduktion
Neben der Verringerung von Reibung, Geräusch und Verschleiß haben diese neuen Technologien auch den Vorteil einer extremen Gewichtsreduzierung, was zu Treibstoffersparnis und damit verringertem CO2-Ausstoß der Fahrzeuge führt. So werden statt der üblichen Flanschverbindungen, von denen in heckgetriebenen Fahrzeugen bis zu vier Stück und in allradgetriebenen Fahrzeugen bis zu acht Stück pro Einheit verbaut sind, Steckverzahnungen zur Anbindung an die jeweiligen Getriebe verwendet. Die kompakte Bauart nach dem Hohlteilprinzip spart ebenfalls Gewicht. Systemvergleiche bei Längswellen in Allradfahrzeugen weisen Gewichtsreduzierungen von rund 40 % im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen auf, die sich in einer spezifischen CO2-Reduktion von fast 50 % auswirken. Für diese Module hat das Technologie-Joint-Venture SFE rund ein Dutzend Patente angemeldet.
Die IHF-Module werden bereits seit Mitte 2006 in Längswellen verschiedener Baureihen eines bedeutenden deutschen Herstellers eingesetzt. Die Lieferung kompletter Längswellen für den Einsatz in einer SUV-Plattform eines anderen bedeutenden deutschen Herstellers steht bevor. Neumayer Tekfor und IFA erwarten über die gesamte Laufzeit der Programme einen Gesamtumsatz von 300 Mio. €.
Neumayer Tekfor;
Telefon: 0781 93222 301;
E-Mail: ute.frech@neumayer-tekfor.com
