Das leisten Getriebe morgen
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- Dr.-Ing. Hans-Jörg Domian, Leiter Neue Produkte und Methoden bei ZF Friedrichshafen: „Beim Elektroantrieb wird die Komplexität des Getriebes abnehmen"
Nachhaltiges Fahren, weniger CO2-Verbrauch, Zukunft Elektromobilität: Die Anforderungen an die Fahrzeugindustrie sind hoch. Das stellt auch moderne Getriebekonzepte vor ganz neue Herausforderungen. Aktuelle Trends und Möglichkeiten zeigt der internationale VDI-Kongress „Getriebe in Fahrzeugen", den das VDI Wissensforum am 22. und 23. Juni 2010 in Friedrichshafen veranstaltet.
Neben zukunftsweisenden Getriebekomponenten für Elektro- und Hybridfahrzeuge stehen aktuelle Entwicklungen aus den Themenbereichen Doppelkupplungs- und Automatikgetriebe, Handschalt- und Allradantriebe, Wirkungsgrad, Komponenten, Werkstoffe und Fertigungstechnik sowie Kupplungen und Betriebsstrategien auf dem Programm. Ganz neu ist die Sektion Arbeitsmaschinen. Als Highlight erwartet die Teilnehmer die „ hands-on demo Getriebe live": Während der Vorträge zu einem Multihybridgetriebe sowie zu einem modularen 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe werden die vorgestellten Getriebe laufen und dabei gefilmt. Die Bilder werden life im Großformat in den Saal übertragen, sodass sich die erklärten Vorgänge optimal nachvollziehen lassen.
Zum Trend im Detail
AutomobilKONSTRUKTION hat mit dem Tagungsleiter, Dr.-Ing. Hans-Jörg Domian, Leiter Neue Produkte und Methoden bei ZF Friedrichshafen, darüber gesprochen, wo der Trend bei der Getriebe-Entwicklung hingeht. Domian: „Getriebe müssen auch in Zukunft wesentlich dazu beitragen, den Kraftstoffverbrauch weiter zu senken. Dabei sehe ich drei Haupttrends. Erstens werden Getriebe auf der Basis konventioneller Technologie weiter entwickelt und optimiert. Der zweite Trend ist die zunehmende Elektrifizierung des Getriebes zwecks Hybridisierung des Fahrzeugs. Und drittens steht die Entwicklung von Getrieben im Mittelpunkt, die speziell auf die Anforderungen eines Elektrofahrzeugs abgestimmt sind. Diese Trends existieren parallel zueinander und stellen die Fahrzeug- und Getriebeentwickler vor große finanzielle und technische Herausforderungen". Auf die Frage, welche Auswirkungen der Trend zu Elektro- und Hybridautos langfristig haben wird, sagt Domian: „ Die Hybridisierung des Antriebstrangs macht das Getriebe deutlich komplexer. Beim Elektroantrieb gibt es eine gegenläufige Konsequenz: die Komplexität des Getriebes nimmt ab. In beiden Fällen müssen sich die Getriebeentwickler mit elektrischen Antrieben vertraut machen, um zumindest die Schnittstellen zwischen Elektromotor und dem Rest des Antriebstrangs zu verstehen. Auch werden die Fahrzeuge mit Elektro- oder Hybridantrieb höhere Herstellkosten verursachen als vergleichbare Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb. Bei den Elektrofahrzeugen entstehen die Kosten durch Batterien mit hoher Speicherkapazität, bei Hybridfahrzeugen durch Komponenten und Module, die zum Getriebe dazukommen wie Elektromotor, Leistungselektronik, Verkabelung. Der Druck, Kosten zu senken, wird zunehmen, um die Kosten des Gesamtfahrzeugs für den Endkunden akzeptabel zu halten. "
Die Marktentwicklung sieht Domian folgendermaßen: „Im Pkw-Markt scheint die Krise aus weltweiter Sicht durchschritten zu sein. Die stärksten Wachstumsimpulse kommen aus China, ebenfalls starke Zuwachsraten sind in den USA zu verzeichnen. In Deutschland ist die Nachfrage noch relativ niedrig. Dies liegt daran, dass viele Kunden neue Fahrzeuge aufgrund der Abwrackprämie bereits im vergangenen Jahr gekauft haben. Auf dem Gebiet der Hybridantriebe wird mittelfristig ein nennenswertes Marktvolumen vorhanden sein. Der Batterie-elektrische Antrieb wird bis auf weiteres kleineren Fahrzeugen vorbehalten bleiben. Allerdings können gesetzliche Rahmenbedingungen und Förderprogramme die Marktdurchdringung begünstigen. Aus diesem Grund wird vor allem in China mit einer schnelleren Einführung des Elektrofahrzeugs gerechnet".
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