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Der Weg zum alltäglichen elektrischen Fahren ist noch weit, der fachliche Austausch daher unerlässlich. v. l: Prof. Dirk Uwe Sauer (RWTH Aachen), Dr.-Ing. Klaus Harms (Bosch), Dr. Wolfgang Runge (VDI), Prof. Wolf-Dieter Lukas (BMBF) Foto: VDI
Am 13. und 14. Oktober 2010 hatte das VDI Wissensforum zur Tagung „Baden-Baden Spezial“ eingeladen. Das Schwerpunktthema in diesem Jahr war „Elektrisches Fahren machbar machen“. Mehr als 400 Teilnehmer kamen nach Baden-Baden, 42 Aussteller zeigten neue Trends und Entwicklungen.
Der Weg zum alltäglichen elektrischen Fahren ist noch weit, der fachliche Austausch daher unerlässlich. v. l: Prof. Dirk Uwe Sauer (RWTH Aachen), Dr.-Ing. Klaus Harms (Bosch), Dr. Wolfgang Runge (VDI), Prof. Wolf-Dieter Lukas (BMBF) Foto: VDI
Expertengespräch auf der VDI-Tagung „Baden-Baden Spezial 2010“

Elektrisch in die Zukunft fahren

Dass elektrisches Fahren tatsächlich machbar ist, darüber waren sich die Experten einig, die beim Pressegespräch zum Thema „ Elektrisches Fahren in der Praxis“ informierten. „Im Jahr 2020 soll es in Deutschland eine Million Elektrofahrzeuge geben. Doch die Frage, wie diese Ziele am besten zu realisieren sind, ist noch längst nicht beantwortet“, sagte der VDI-Tagungsleiter Dr. Wolfgang Runge. Es gebe Ansätze verschiedener Akteure wie zum Beispiel regionale Projekte, in denen erste Flotten bereits getestet werden.

730 Millionen Euro für die Elektromobilitätsforschung

Um den weiten Weg zum alltäglichen elektrischen Fahren zu ebnen, sieht Prof. Wolf-Dieter Lukas, Ministerialdirektor in der Abteilung Schlüsseltechnologien – Forschung für Innovationen im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die im Mai dieses Jahres eingerichtete Nationale Plattform Elektromobilität als das richtige Instrument: „Für die Elektromobilität brauchen wir die Mobilisierung breiter wirtschaftlicher, gesellschaftlicher Kräfte und vor allem Handlungsoptionen, die uns nur die Forschung liefern kann. Deshalb wird das BMBF bis 2015 etwa 730 Millionen Euro in die Elektromobilitätsforschung investieren. Bei der Forschungsförderung konzentrieren wir uns auf die drei großen Herausforderungen: die Batterie der Zukunft, das Energiemanagement im Auto und die frühzeitige Aus- und Weiterbildung von Fachkräften.“

Dirk Uwe Sauer, Professor für Elektrochemische Energiewandlung und Speichersysteme an der RWTH Aachen unterstrich, dass die erfolgreiche Markteinführung von Elektromobilität ganz entscheidend von sicheren, leichten und kostengünstigen Energiespeichern abhänge. Die Kosten für eine Batterie mit gut 100 km Fahrreichweite lägen Prognosen zufolge auch 2020 noch bei etwa 4500 € für Automobilhersteller. Es werde in absehbarer Zukunft keine langreichweitigen reinen E-Fahrzeuge für den Massenmarkt geben: „Kombiniert werden ein elektrischer Antriebsstrang und ein Verbrennungsmotor, was in Summe immer noch günstiger ist als ein komplett elektrisches Fahrzeug. Distanzen zwischen 30 und 50 Kilometer werden aus der Batterie gefahren, der Rest mit dem Verbrennungsmotor. Mit dem Konzept können immerhin rund zwei Drittel aller in Deutschland von Pkw zurückgelegten Kilometer elektrisch gefahren werden“, so Sauer.

Kosten-Nutzen-Verhältnis wird entscheiden

„Nach wirtschaftlichen Kriterien ist Elektromobilität heute praktisch noch nicht oder nur in extremen Nischen realisierbar“, ist auch Dr.-Ing. Klaus Harms, Entwicklungsdirektor bei Robert Bosch sicher. Um Elektrofahrzeuge zu etablieren, müsse auch der Endverbraucher hinsichtlich seiner individuellen Mobilität umdenken. Aber die größte Herausforderung sei es, ein wettbewerbsfähiges Kosten-Nutzen-Verhältnis für den Endverbraucher zu erreichen. Neben der Weiterentwicklung von spezifischen Komponenten und Systemen für das Elektrofahrzeug seien auch Investitionen in den Aufbau einer Infrastruktur und neue Mobilitätskonzepte Voraussetzungen für den künftigen Markt der Elektromobilität. Die Fähigkeit, den Wandel aktiv zu gestalten, bestimme die künftige Wettbewerbsposition – gerade für die in Deutschland starke Automobilindustrie. Um die Elektromobilitäts-Ziele langfristig zu erreichen, hält Runge eines für unabdingbar: fachlichen Austausch. „Aus diesem Grund haben wir für die VDI-Tagung ‚Baden-Baden Spezial‘ in diesem Jahr bewusst den Schwerpunkt ‚Elektrisches Fahren machbar machen‘ gewählt. Wir möchten die Praxis in den Vordergrund stellen.“ Die Vorträge der Tagung thematisieren Sekundärenergiebedarf, Verbindungs- und Leitungstechnik, Leistungshalbleiter, Brennstoffzellenanwendungen, Entwurfsicherheit und Lithium-Ionen-Batterien.

Im kommenden Jahr findet wieder die „große Ausgabe“ der bewährten Baden-Baden-Veranstaltung statt: der internationale VDI-Kongress „Elektronik im Kraftfahrzeug“ am 12. und 13. Oktober 2011. Mehr Informationen unter www.elektronik-auto.de.

VDI Wissensforum;

Telefon: 0211 6214-426; E-Mail: kraft@vdi.de

Die Autorin Nora Kraft ist Referentin PR/Öffentlichkeitsarbeit bei der VDI Wissensforum GmbH, Düsseldorf

22.11.2010


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