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13. Baika-Kongress „Zulieferer Innovativ", Juli 2011 in Ingolstadt

Innovationen nehmen Fahrt auf

· Dr. Andreas Bosch, SB Limotive:

Li-Ionen-Batterien bilden derzeit die aussichtsreichste Technologie für Hybrid- und E-Fahrzeuge, betonte Dr. Bosch in seinem Vortrag. Die Hauptargumente dafür sind deren Kosten, Lebensdauer, Performance, Qualität und Sicherheit. Das Produktportfolio des Unternehmens enthält das komplette „Battery Pack" ebenso wie Einzelmodule. Wichtige Erfolgsfaktoren sind die vertikale Integration aller Schritte von der Entwicklung bis zur Aftermarket-Betreuung und das Recycling. Große Bedeutung für die industrielle Umsetzung hat die Standardisierung, etwa bei Formaten, Varianten und Moduldimensionen.

· Heinrich Timm, Leiter Technologie Netzwerke, Audi AG

In seinem Vortrag stellte Timm Materialhybridkonzepte als Zukunft des Karosserieleichtbaus vor. Essenziell ist die funktionsabhängige und ressourcenschonende Verwendung des „ richtigen" Werkstoffes, die Nutzung seines „spezifischen Potenzials". So sind zwar im Audi A4 neun Stahlgüten mit entsprechend herausfordernder Verbindungstechnik verbaut, aber nur 10 % Gewichtsreduzierung möglich. „Wer mehr braucht, muss in anderen Materialarten denken", so Timm. Hilfreich für den Leichtbau sind bionische Vorbilder, die Material auch nur dort einsetzen, wo es lastbedingt benötigt wird.

· Dr. Klaus Elmer, Technischer Geschäftsführer der Eissmann Group Automotive

Dr. Elmer hob die Bedeutung von Interieurstrategien im Premium- bereich hervor. Kernkompetenz seines Unternehmens ist das Kaschieren von Leder und die Geschäftsfelder Innenräume, Verkleidungsteile, Bedienmodule und „Individual". Herausfordernd beim Trend der zunehmenden Individualisierung sind neben höchster Qualität der Materialien und anspruchsvollem Design kleine Volumina bei gleichzeitig wirtschaftlicher Produktion selbst bei Los- größe 1. Eissmann arbeitet hier mit Lean-Strategien sowohl in der Entwicklung (zum Beispiel einteiliges Konzept mit mehrteiliger Optik), bei den Materialien (mit High-Tech aus der Luftfahrt für den Automobilbau) und Produktion nach Vorbild von Toyota (Integrierung mehrerer Arbeitsschritte in ein Werkzeug oder effiziente Anordnung von Arbeitsplätzen, so dass einzelne Arbeitsschritte unter Vermeidung von Wegen direkt übergeben werden können.

· Kirsten Schönharting, Geschäftsführerin, Strähle + Hess

„Die Verwirklichung ungewöhnlicher Ideen ist die Frage des richtigen Partners", postulierte Kirsten Schönharting, Geschäftsführerin, Strähle + Hess, einem Textil-Trendsetter für Automobilinterieur. Mit „Texspiration" entwickelt das Unternehmen Kollektionen basierend auf aktuellen Trends und auch multikulturellen Stilen, um daraus, das positive Lebensgefühl des 21. Jahrhunderts in textile Formen zu übersetzen. Neben hochwertigem Design wird bei Strähle + Hess Nachhaltigkeit großgeschrieben; nachwachsende Rohstoffe werden eingesetzt sowie das Cradle-to-Cradle-Prinzip in Produktionskreisläufen umgesetzt.

· Dr. Norbert Neumann, Vice President Purchasing, Robert Bosch GmbH

Dr. Neumann stellte Anforderungen seines Unternehmens an Kooperationspartner vor. Als Verantwortlicher der Sparte Bosch Chassis Systems Control für aktive und passive Sicherheitssysteme skizzierte er die aktuellen Megatrends für das gesamte Unternehmen als auch für Crashschutz und Fahrerassistenzsysteme. Dies sind die Elektrifizierung des Antriebsstrangs mit einer eigenen Elektromotoren- und Leistungselektronikfertigung sowie die Themen verletzungsfreies und autonomes Fahren.

· Uwe Heil, Teamkoordinator Umweltbilanzierung und Recycling, Audi AG

In seinem Vortrag stellte Heil das e-Gas-Projekt vor. Motivation ist ein gesamtheitlicher Ansatz für Nachhaltigkeit und eine hervorragende Umweltbilanz. Ziel von Audi ist eine CO2-neutrale Mobilität – dies umfasst beispielsweise auch den Einsatz nachhaltiger Werkstoffe. So erhöht eine umweltgerechte Bauweise zwar die Emissionen bei der Produktion, verringert jedoch die Emissionen während der Nutzung deutlich, so dass ein „ Break even" bereits nach rund der Hälfte der Nutzungszeit erreicht werden würde. Die zusätzlichen Umweltlasten, die durch Leichtbau entstehen, müssen im Fahrbetrieb kompensiert werden.

Bayern Innovativ; Telefon: 0911 20671-150; E-Mail: lison@bayern-innovativ.de

Lesen Sie mehr darüber unter www.autokon.de/weiterbildung

Ohne Titel

Prof. Josef Nassauer, Geschäftsführer der Bayern Innovativ GmbH und Sprecher des Clusters Automotive: „Die Innovationstätigkeit insbesondere in den zentralen Feldern Antriebstechnik, Elektromobilität, Elektronik, Fahrerassistenzsysteme und Leichtbau nimmt wieder Fahrt auf. Technologische Innovationen sind heute vorwiegend schnell und effizient in Kooperationen zu realisieren, bis hin zu 'Open Innovation'. Hierfür sind Netzwerke und Cluster von zentraler Bedeutung. Als Beispiele nenne ich das Netzwerk Baika und den bayerischen Cluster Automotive, die zusammen über 2200 Akteure umfassen und vernetzen, davon rund 1000 aus Bayern. Zusätzliche Synergieeffekte entstehen durch die Einbindung in den Kooperationsverbund „Haus der Forschung" mit dem Ziel der verstärkten Forschungsförderung in Bayern".

02.09.2011


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